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Das geht uns alle an: HYSYST®

Die Pioniere auf dem Gebiet der Krankenhaushygiene

In Krankenhäusern sollen Patienten gesund werden. Das funktioniert leider nicht immer. Jedes Jahr erkranken dort circa 400.000 bis 600.000 Patienten an Infektionen. Zwischen 7.500 und 15.000 Menschen sterben − laut Bundesgesundheitsministerium – jährlich an den Folgen. Zahlen, die auch die Bundespolitik auf den Plan ruft. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe verlangt in einem Zehn-Punkte-Plan, die Ausbreitung multiresistenter Erreger zu verhindern, Hygienestandards in allen Einrichtungen weiter auszubauen sowie das medizinische Personal zu Fortbildungen zu verpflichten. In NRW läuft derzeit eine landesweite Hygiene-Initiative in über 340 Krankenhäusern unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft.

Die unheilvollen Infektionsketten zu unterbrechen, daran arbeitet das Düsseldorfer Start-up Unternehmen HYSYST seit 2013 mit großem Erfolg. Die drei Gründer Ulrich Kröcker, Thomas Meyer und Ulrich Schulschenk haben ein weltweit einzigartiges System entwickelt, das Hygiene-Lücken in der Oberflächendesinfektion schließt.

Eine amerikanische Studie hat mit einem Testvirus herausgefunden, dass schon nach zwei bis vier Stunden vierzig bis sechzig Prozent der Beschäftigten und Besucher eines öffentlichen Gebäudes über Türklinken, Lichtschalter und auch Wasserhähne kontaminiert sind,

fasst Thomas Meyer zusammen. Der Erfolg des Geschäftsmodells liegt darin, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen, vom Klinikchef über die Hygienefachkräfte, den hygienebeauftragten Arzt bis zum Reinigungsdienstleister. Letzterer ist für den patientennahen Bereich die wichtigste Institution.

Die Reinigungskräfte stehen unter einem wirtschaftlichen Zeit- und einem hygienischen Erfolgsdruck,

weiß Ulrich Kröcker.

Deshalb wurde das System HYSYST Healthcare entwickelt, das die Desinfektion von Oberflächen lückenlos dokumentiert und vor allem die Reinigungskräfte im Umgang mit dem Hygienesystem schult. Neben der Desinfektion mit jeweils unterschiedlich farbigen Reinigungstüchern werden vor jedem Neubezug des Krankenzimmers der Nacht- und der Kleiderschrank mit einer Papierplakette versiegelt. Wasserlösliche Siegel werden an der Toilette und in der Dusche angebracht. Diese Kennzeichnungen machen die erbrachte Reinigungsleistung sichtbar. Ein System so einfach wie intelligent, bescheinigt Prof. Dr. Johannes Güsgen vom Dreifaltigkeits-Krankenhaus in Wesseling bei Köln, das weltweit als erste Klinik das Hygiene-Siegel einführte. Mittlerweile sind auch die Sana Kliniken AG und die Asklepios Kliniken GmbH auf den Hygiene-Zug aufgesprungen, der Menschenleben rettet – und das umgerechnet für nur 1,30 Euro pro Patient.

HYSYST HyTouchDa die Wirksamkeit einer Hände-Desinfektion davon abhängt, wie lange die Hände desinfiziert werden, haben die findigen HYSYST-Gründer außerdem ein Zeitmessgerät mit Leuchtdioden entwickelt. Dieses wird neben dem Händedesinfektionsmittelspender an der Wand befestigt. Bis zu vier Personen können sich parallel die Hände desinfizieren bis die „Desinfektionsampel“ grünes Licht gibt. Durch das Vier-Augen Prinzip – der Patient beobachtet den Anwender – kann die Compliance von derzeit circa 45 Prozent deutlich gesteigert werden.

Gute Zeiten für Patienten, schlechte für Keime.

Quelle:

Das geht uns alle an: HYSYST®. Die Pioniere auf dem Gebiet der Krankenhaushygiene – weiter lesen im DJournal, Ausgabe Sommer 2015.
Foto: Dr Susan Tuchel, Text: S.T.
2017-10-17T15:49:59+00:00 17. Juni 2015|

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